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Gradlinigkeit und schlichte Eleganz

Der asiatische Einrichtungsstil zeichnet sich allgemein durch Geradlinigkeit und Schlichtheit aus. Nur einzelne Möbel und Accessoires wie religiöse Statuen und Kunstobjekte trifft man an, so dass die Räume Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die Vorliebe für natürliche Farbtöne, aber auch Gelb, Weiß, Rot und Schwarz haben in asiatischen Kulturen eine wichtige Bedeutung.

Dabei überlassen insbesondere Chinesen nichts dem Zufall und vertrauen bis heute auf die Lehren des Feng Shui. Vom Standort des Hauses über die Ausrichtung der Zimmer bis hin zu deren Einrichtung gilt es, die gestaltende Lebensenergie Qi so zu harmonisieren und zu lenken, dass sie sich möglichst positiv auf die Gesundheit, die Harmonie und auch auf den Erfolg der Bewohner auswirkt. Mit Hilfe der Lehre von Yin und Yang sowie der Lehre von den fünf Elementen wird der Lebensenergie nachgespürt und durch die Art und Weise der Raumgestaltung ausgeglichen.

Das Licht wird hierbei dem Element Feuer zugeordnet und ihm die aktivierende und belebende Kraft des Yang zugeschrieben. Und tatsächlich konnten empirische Studien eine wissenschaftliche Erklärung für diese Annahme erbringen. So befinden sich in unseren Augen Rezeptoren, die besonders empfindlich auf die kurzwellige Strahlung im Lichtspektrum reagieren. Bei einer entsprechenden Reizung, wird diese Information an das Gehirn geleitet, welches auf dieser Grundlage wiederum die Ausschüttung bestimmter Hormone unterdrückt bzw. fördert und so etwa unseren Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Helles Licht mit einer Farbtemperatur von mehr als 5.500 Kelvin und in einer Beleuchtungsstärke von mindestens 1.000 Lux wirkt sich nachweislich positiv auf die Leistungsfähigkeit, Motivation und allgemeine Wohlbefinden aus, was etwa im Arbeitszimmer oder Wohnzimmer gezielt eingesetzt werden kann.

Harmonisches Lichtambiente für Ihre Räume

Überhaupt lassen sich einige moderne Beleuchtungslösungen leicht mit dem asiatischen Wohnstil verbinden. Allgemein strebt man bei der Lichtgestaltung zunächst eine gleichmäßige Grundhelligkeit für den gesamten Raum an. In asiatisch eingerichteten Räumen werden zu diesem Zweck oft Papierleuchten verwendet. Sie spenden ein weiches Licht, das von den hell gestrichenen Wänden und der Decke zurück in den Raum reflektiert wird. Anders als bei gerichtetem Licht entsteht hierdurch ein harmonisches Lichtambiente ohne harte Übergänge von Licht in Schatten.

Für eine gedämpfte Lichtatmosphäre können aber auch moderne Einbauleuchten mit breitem Abstrahlwinkel sorgen. Sie haben den Vorteil, dass sie tagsüber wegen ihrer unscheinbaren Bauweise nicht den Gesamteindruck von der Einrichtung stören. Zudem kann die Helligkeit ihres Lichts jederzeit durch Dimmen an die eigenen Wünsche angepasst werden.

Umgekehrt lassen sich aber auch westliche Leuchtendesigner von der asiatischen Kultur inspirieren. Ihre Leuchten zeichnen sich oft durch gerade Linien und der dominierenden Farbe Weiß aus. Sie strahlen somit oft schlichte Eleganz und Harmonie aus, können aber auch von kreativer Spielfreude zeugen. Das holländische Designstudio Snowpuppe beispielsweise bietet formschöne Origami-Leuchten in zarten Pastellfarben an. Geometrische Formen bestimmen auch die Leuchten der Artemide-Kollektion IN-EI, die in Zusammenarbeit mit Issey Miyake entstanden. Ihre weißen Schirme bestehen aus recyceltem Textilgewebe, hinter denen sich die zukunftsweisende LED-Lichttechnik verbirgt. Ähnliche Einflüsse können schließlich auch in den Pendelleuchten von Le Klint vermutet werden.